Wachstücher für die Beute

Als Abdeckung über den Rähmchen, möchte ich wie bei Mellifera auch, Wachstücher statt Plastikfolien verwenden. Um dieses Vorhaben zu realisieren habe ich mir vor längerem schon Wachspastillen aus dem Imkergeschäft meines Vertrauens gekauft und auch einen großen gebrauchten Topf beschafft. Ebenso habe ich mir vor längerem schon ein schweres Tuch auf einem Flohmarkt ergattert.

Nachdem dann heute der Wachskurs beim 1. Vorsitzenden des Imkervereins Butzbach stattgefunden hat, habe ich mich ausreichend vorbereitet gefühlt um das Thema „Wachstücher“ endlich in die Tat umzusetzen.

Zur Vorbereitung gehörten das Ausbreiten und Zurechtschneiden des Tuchs auf die richtige Größe und Topf mit Heizplatte bereitstellen.
Eine Waage habe ich benötigt um zu überprüfen ob meine Decke auch die richtige Stärke hat. Im Internet stand etwas von 260g/m².

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Die Wachspastillen habe ich dann in den Topf gegeben und diese schmelzen lassen. Wenn das Wachs geknistert hat, habe ich die Temperatur etwas runtergestellt. Als das Wachs geschmolzen war konnte ich die Platte auf Stufe 2 von 6 stehen lassen. Zusätzlich zum Wachs sollte man noch viel Öl dazu geben. Ich habe Speiseöl verwendet und war am Anfang etwas knauserig. Das erste Tuch ist entsprechend hart geworden. Das Öl soll dem Tuch eine gewisse Flexibilität geben.

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Ich habe immer nur ein Tuch gleichzeitig im Topf gehabt. Mit einem Stock habe ich das Tuch entsprechend herunter gedrückt und auch Blasen „ausgestampft“. Man soll das Tuch gut mit Wachs vollziehen lassen und auch warten bis keine Bläschen mehr aufsteigen. Das Tuch holt man am Besten mit einer Zange und Handschuhen heraus und lässt es über dem Topf noch gut abtropfen. Auch wenn es über der Wäscheleine hängt, tropft es noch ganz ordentlich nach, daher legt man besser Karton unter.

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Die fertigen Tücher hingen dann zum trocknen bzw. fest werden auf der Wäscheleine. Ein Tuch habe ich exemplarisch auf die Einraumbeute gelegt.

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Im Nachgang hätte ich das Tuch vorher gebügelt. Dies hätte das Anzeichnen leichter gemacht und es ist auch so dass Falten, nachdem das Wachs wieder fest ist, quasi im Tuch verewigt sind. Durch die Falten bekommt man natürlich eine etwas unebene Fläche und dadurch auch eine ungleichmäßige Abdeckung. Ich hoffe die Falten verflüchtigen sich im nächsten Sommer wenn es warm ist irgendwie.

Wachs sollte man nur in einem einwandfreien Emailletopf zubereiten wenn kein Edelstahltopf vorhanden ist. Ein Emailletopf bei dem die Beschichtung kaputt ist, kann dazu führen dass das Eisen sich mit dem Wachs verbindet und das Wachs verfärbt. Auch sollte man das Wachs nicht übermäßig heiß werden lassen, da dies ein Sicherheitsrisiko darstellen kann.

Mit einer Decke 2m x 1,40m konnte ich jetzt 6 Wachstücher herstellen. Dabei sind ca. 1,5kg Wachs und ca. 400ml Öl drauf gegangen. Das Selbstmachen hat sich also definitiv gelohnt.

Update Februar 2019:

In der Biene&Natur vom Dezember 2018 gab es ein Leserkommentar von Ute Schneider-Ritter, welches darauf hinweist den richtigen Stoff zu verwenden. Wichtig wäre ein schwerer und chemisch unbehandelter Baumwollstoff. Der Stoff wäre unter www.naturstoffe-lindemann.de unter der Spezifikation 8.5 Feinkörper, 100% Baumwolle, Köperbindung, naturweiß und 260g/m². Zunächst soll man den Stoff waschen, da er eingehen könnte. Die Wachstücher hätten so schon 3 Jahre gehalten ohne ein Loch zu bekommen.

Sobald ich selbst wieder neue Wachstücher benötige, werde ich das so ausprobieren.

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